Ein Dialog in der Ausländerbehörde über Behördenhierarchie, Geld und Befristung von Aufenthaltstiteln

14. August 2007 | Von E. S. | Kategorie: Recht | Ein Kommentar | Artikel versenden

Folgende Situation: Es geht um die Erteilung von Aufenthaltstiteln an eine türkische Familie, die seit über 30 Jahren in Deutschland lebt und arbeitet. Sie hatten die deutsche Staatsbürgerschaft nach dem Wegfall der sog. Inlandsklausel wegen ihrer doppelten Staatsbürgerschaft verloren. Im folgenden Dialog mit Herrn XY, dem Leiter der Abteilung, geht es um die Befristung des Aufenthaltstitels:

  • XY: Sie erhalten maximal sechs Monate.
  • Ich: Hier bitte (lege Erlass vor)! Aus dem Erlass des Landesinnenministeriums geht deutlich hervor, dass in Fällen wie den vorliegenden, der Aufenthaltstitel auf mindestens zwei Jahre zu befristen ist.
  • XY: (Einen flüchtigen Blick auf das Dokument werfend) Mich interessiert der Erlass nicht. Wir machen das hier anders.
  • Ich: Der Erlass ist vom Innenministerium, von Ihrem Vorgesetzten! Sie müssen deren Anweisung als untergeordnete Behörde befolgen!
  • XY: (Hämisch grinsend) Mein Vorgesetzter ist der, der mein Geld monatlich auf mein Konto überweist.
  • Ich: (Nicht mehr so nett) Dann handeln Sie im Sinne der Antragsteller. Die zahlen ihr Lohn seit 30 Jahren mit.
  • XY: (Immer noch hämisch grinsend und leicht irritiert über meine Antwort) Die bekommen maximal sechs Monate. Mehr ist nicht drin.
  • Ich: (Stehe auf und verlasse das Zimmer mit einem fassungslosen) Guten Tag!

Nach einer Beschwerde bei den zuständigen Behörden haben die einzelnen Familienmitglieder Aufenthaltstitel mit einer Befristung von jeweils fünf Jahre erhalten. Zeit genug, um die deutsche Staatsbürgerschaft wieder zu erlangen, bevor die Verlängerung des Aufenthaltstitels bei Herrn XY fällig wird.

Ekrem Senol - Köln, 14.08.2007

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Ein Kommentar
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  1. Heißt es nicht im Deutschen so schön , wesen Brot ich eß desen Lied ich sing.
    Jetzt stellt sich doch die Frage wer wessen Brot ißt und wer wessen Lied singt.

    Weil ganz schlau werde ich aus diesem Vorfall nicht.
    Wir Leben doch in einer Vorzeige Demokratie wo doch alles wunderbar funktioniert.

 

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