Bedrängende Fragen

17. Dezember 2005 | Von | Kategorie: Leitartikel | Keine Kommentare |

Halten Sie es für zulässig, dass ein Mann seine Frau oder Tochter einschließt, um zu verhindern, dass sie ihm in der Öffentlichkeit keine Schande macht? Wie stehen Sie zu der Aussage, dass die Frau ihrem Ehemann gehorchen soll und dass dieser schlagen darf, wenn sie ihm nicht gehorsam ist? Ihr Sohn kommt nach Hause und sagt, er sei beleidigt worden. Was tun Sie? Waren die Täter vom 11. September in Ihren Augen Terroristen oder Freiheitskämpfer? Was halten Sie davon, dass Eltern ihre Kinder zwangsweise verheiraten?

Solche und 39 weitere Fragen müssen nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau Muslime in Baden Württemberg beantworten, wenn sie sich einbürgern lassen wollen. Begründet wird der Fragenkatalog damit, dass Seit Januar 2000 gesetzlich eine „innere Hinwendung zur Bundesrepublik Deutschland“ für eine Einbürgerung vorausgesetzt wird. Das Stuttgarter Innenministerium stützt sich mit seinem Instrument auf „Erkenntnisse, dass Muslims möglicherweise unterschreiben, aber innerlich im Konflikt mit ihren Glaubensgrundsätzen sind“.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass das Innenministerium Baden-Württemberg zum einen davon ausgeht, dass das Deutschsein sich mit der islamischen Religion ausschließt bzw. nicht verträgt und zum zweiten, dass die oben in den Fragen angesprochenen Problemfälle, religionsbedingt sind, was keinesfalls der zutreffend ist.

Peter E. Schumacher (*1941) sagte einmal: „Während bedrängende Fragen Freundschaft und Liebe verhindern, vertiefen Antworten auf ungestellte Fragen sie.“ Daher, hier die Antwort auf eine Frage, die im Fragenkatalog nicht gestellt wird. Was ist Einbürgerung?

Einbürgerung ist die juristisch höchste Stufe der Integration und zugleich das juristische Gegenstück zur Assimilation.“ Das ist der Schritt, den die Einbürgerungsbewerber bereits sind, zu gehen.“

Ich werde nun ein Selbsttest starten und die Fragen als muslimischer deutscher Staatsbürger beantworten. Mal sehen, welche Erkenntnisse zutage treten, wenn es um die Beantwortung der Frage geht, ob sich der Islam mit der deutschen Staatsbürgerschaft verträgt:

  • Stubenarrest ist ein Mittel in der Erziehung, die einem Kind deutlich machen soll, dass es falsch ist, die neueste CD von Robbie Williams vom nächsten Media Markt zu klauen. Klauen ist in meinen Augen schändlich.
  • Nichts. Ein Mann darf seine Frau nicht schlagen.
  • Er solle zurück beleidigen oder sich von solchen Personen fernhalten, je nach dem.
  • Terroristen
  • Ich finde das falsch.

Würden sie mich in den deutschen Staatsverband aufnehmen?

Ekrem Senol – Köln, 17. Dezember 2005

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