Integration gelungen - Erstes türkisches Altenheim

14. Dezember 2006 | Von E. S. | Kategorie: Leitartikel | 4 Kommentare | Artikel versenden

Die Integrationsdebatte gehört immer mehr der Vergangenheit an. Insbesondere Türken scheinen sich zunehmend besser zu integrieren. Das Paradebeispiel für gelungene Integration ist das erste türkische Altenheim in Deutschland. Paradox? Nein!

Berlins ehemalige Ausländerbeauftragte Barbara John (CDU) bezeichnet die Einrichtung als Beispiel für gelungene Integration. Mit dem Angebot werde zudem an dem Mythos der türkischen Großfamilie, in der sich alle umeinander kümmern, gekratzt. (Quelle: Fuldainfo)

Das ist es also. Die türkische Großfamilie, in der sich alle umeinander kümmern, ist die Quelle des Übels für misslungene Integration. Bravo, Frau John! Jetzt leuchtet mir auch ein, weshalb Herr Schäuble das Zuzugsalter für ausländische Ehegatten hochschrauben möchte: Damit die Familie nicht noch größer wird.

PS: Schauen Sie sich das Photo auf Fuldainfo bitte mal genauer an! Symbolisch steht darunter. Wofür? Für Türken?

Nachtrag vom 15.12.2006: FAZ - Ruhestand im Ostanatolien Berlins

Ekrem Senol - Köln, 14.12.2006

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4 Kommentare
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  1. Ich finde es eher übel. Mal vom Ruf von Marseille abgesehen, wenn ich dann lese, Bad und Toiletten auf dem Gang, fast nur Zweibettzimmer, frage ich mich, abgesehen von dem natürlich verständlichen Versuch, die Kosten niedrig zu halten, welches Bild der Menschen man dort zugrunde legt.
    Allerdings, dass das Weggeben der Eltern in eine solche Einrichtung dann für gelungene Integration steht - auch ein Schmankerl.
    Und ich hatte grade gut gefrühstückt…

  2. @Anne
    Ist doch so. Es wird alles “weggegeben” (wie ein olles Paar Schuhe), was nicht in “unsere” tolle heile Welt passt - Alte, sog. “Behinderte”, Einsame, für alles gibt es “Heime” (besser: Verwahranstalten). Tuts weh, wenn an der eigenen achsoheilen Welt gekratzt wird, der Spiegel winkt?

    Und das Echauffieren über Zweibettzimmer ist schlicht zynisch. In teutschen Altenknästen gibts 4-6-Bett-Aufbewahrung, zumindest für Nichtreiche, und Hungern und Verdursten noch gleich dazu, Dekubiti und ähnliche Fehler inbegriffen. Da ist das Klo auf dem Gang Kindergeburtstag dagegen (wenn man im teutschen Altenknast überhaupt noch aufs Klo “darf”. Üblicherweise wird - auch wenn es nicht notwendig ist - gewindelt, ist bequemer so.)

    W e n n türkische Familien “ihre” Alten/”Behinderten” bei sich wohnen lassen, ist es gleich wieder die “Sippschaft”, die aufeinander gluckt, sich abschottet, nicht anpasst etc. Typisch halt, immer im Rudel und so, immer gleich alle zusammen.

    Fangen Sie doch erst gar nicht an, vom “Bild der Menschen” zu faseln, wenn Sie sich offenkundig nicht auskennen, was in achsounglaublich deutschen Alten- und Krüppelknästen so los ist. DA kann man vom “Menschen” gar nicht mehr sprechen, das ist pures Aufbewahrungsmaterial.

  3. Der Begriff der Integration wird immer mehr zur Farce, da jeder daran zurrt, bis der letzte Sinn, den der Begriff haben könnte verschwindet. Statt also klare Forderungen zu stellen (Sprache und Gesetze), verwirrt man nur durch die Begrifflichkeiten rund um (Leit-)Kultur und (christlich-jüdisch-abendländische, also bloss nicht muslimische) “Werte” (die nie wirklich einheitlich definiert werden).

    Nach der Zeit der Leugnung irgendeiner Integrationsdebatte kommt nun die Phase der Desintegration - im wahrsten Sinne des Wortes! Schuld werden aber immer die Migranten bleiben..

  4. Nun da ich persönlich nichts von altenheimen halte , ist ein Türkisches oder ein Deutsches Seniorenheim für mich einfach nicht akzeptabel.
    Aber das ist , wie von Zynikerin schon erwähnt , ein Geselschaftliches problem , das man sich dem unbequemen entledigt.
    Und den Familienzusammenhalt als die wurzel allen übels darzustellen , zeugt von wenig inteliegenz.
    Wir , alle , kommen aus familien und leben in Familien. Also wieso soll man in diesen Familien nicht nicht nur rechte sondern auch nicht die pflichten dieser Famiele erfüllen.
    Ist wie in einer ehe.
    In guten als auch in schlechten tagen.

 

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