Blogschau der Netzeitung - Brand in Ludwigshafen: Die Blogger ermitteln

12. Februar 2008 | Von E. S. | Kategorie: Feuilleton | 2 Kommentare | Artikel versenden

Unter diesem Titel geht die Netzzeitung auf Blogschau. Der Brand von Ludwigshafen, so der Autor, beschäftige auch die Blogs. Vermutungen und Ressentiments würden bei Türken ebenso wie bei den, sorry, Krauts ins Kraut hochschießen. Halbsätze aus Pressemitteilungen würden zu ganzen Wahrheiten aufgeblasen. Manche Bloggerinnen und Blogger seien erstaunlich meinungsfreudig. So auch meine Wenigkeit:

Dass sich ein Blog mit dem Ludwigshafener Brand und den Reaktionen darauf auch fundiert befassen kann, zeigt das Jurblog, auf dem Ekrem Senol fast täglich berichtet. Zuerst über den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck, der schon kurz nach der Tat von einem fremdenfeindlichen Motiv nichts wissen wollte: «Ein voreiliger Ausschluss einer fremdenfeindlichen Tat scheint sich in Deutschland aber eingebürgert zu haben, wenn die Opfer Ausländer sind (siehe insbesondere Mügeln).»

Dann über die zweifelhaften Reaktionen der Presse: Der Brand in Ludwigshafen und die Folgen der undifferenzierten Berichterstattung. Dass die Chefredakteure von Bild und Hürriyet nach einer Woche national gefärbter Berichterstattung dazu aufrufen, kein Misstrauen zu schüren, nennt Ekrem Senol «Sarkasmus der Woche»:

« Sind es nicht gerade diese Zeitungen gewesen, die aus vagen Vermutungen Tatsachen machten und damit insbesondere Misstrauen geschürt haben? Bei den Hauptverantwortlichen der beiden Blätter scheint weder das Kurzzeit- noch das Langzeitgedächtnis zu funktionieren.»

An dieser Stelle einen großen Dank an den Autor und die Netzeitung für die netten Worte sowie Zusammenfassung.

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2 Kommentare
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  1. Mügeln war eine fremdenfeindliche Tat?

    Ihr Clowns werdet auch immer lustiger.

    Besonders gut auch “Hypothese vom Stromdiebstahl” - wie blöd sind die Gutis eigentlich?

    >Ermittlungen wegen Beleidigung oder Volksverhetzung braucht nun niemand mehr zu fürchten.

    Klar, die Wahrheit zu sagen kann in D-Land gefährlich sein.

  2. Hier mal etwas zur “Hypothese vom Stromdiebstahl”

    Montag, 1. Oktober 2007
    Leidenschaft in Anatolien
    Stromdieb-Jäger für verrückt erklärt

    Ein türkischer Pensionär ist wegen seiner leidenschaftlichen Jagd auf Stromdiebe für verrückt erklärt worden. Der frühere Inspektor der Elektrizitätsgesellschaft Tedas habe seine Ermittlungen auch nach der Pensionierung kompromisslos fortgesetzt, berichtete die gemäßigt-islamische türkischen Zeitung “Zaman”.

    In seiner Dienstzeit im zentralanatolischen Nigde habe er 3.000 Fälle von Stromdiebstahl aufgedeckt. Er sei dabei auch ranghohen Mitarbeitern der Verwaltung, Politikern und Richtern auf die Schliche gekommen. Der Rentner drängte seine Nachfolger, die Fälle nicht einzustellen. Es habe Morddrohungen und Schüsse auf sein Haus gegeben. Auf Antrag der Beschuldigten habe die Gesundheitsbehörde inzwischen jedoch bescheinigt, dass der Mann fantasiere.

    In der Türkei werden dem Bericht zufolge acht Prozent des Stroms abgezweigt. Der Schaden betrage jährlich etwa 1,4 Milliarden Euro.

 

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