Über die Verschlechterung der Ausbildungschancen junger Migranten

26. Juli 2006 | Von E. S. | Kategorie: Leitartikel | Ein Kommentar | Artikel versenden

Der Anteil ausländischer Auszubildender in Deutschland hat sich binnen zehn Jahren fast halbiert. Er verringerte sich von acht Prozent im Jahr 1994 auf 4,4 Prozent im Jahr 2005, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Von den 1,55 Millionen Auszubildenden hatten demnach nur noch rund 67 600 eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Anlässlich der aktuellen Zahlen zur Ausbildungssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund erklärte die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer:

Es liegt im elementaren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interesse der Bundesrepublik, es liegt aber auch im Interesse der Jugendlichen mit Migrationshintergrund, dass dieser gefährliche Trend gestoppt wird. Berufsausbildung ist die Ausgangsbasis für qualifizierte Beschäftigung, für beruflichen Aufstieg und somit auch für die gesellschaftliche Integration. Ohne eine solche Qualifizierung ist die Gefahr der Arbeitslosigkeit besonders hoch.

Ein Schwerpunkt des zu erarbeitenden Nationalen Integrationsplans ist daher der Bereich „Gute Bildung und Ausbildung sichern, Arbeitsmarktchancen erhöhen“. Hier gilt es durch die Bündelung aller gesellschaftlichen und staatlichen Maßnahmen dafür Sorge zu tragen, dass die Vielfalt der Gesellschaft sich auch in der Ausbildungsquote und Beschäftigtenstruktur der Unternehmen und Betriebe widerspiegelt.

Daher unterstütze ich die Initiative von Unternehmen in Deutschland für eine „Charta der Vielfalt – für eine neue Unternehmenskultur“. Ich gehe davon aus, dass deutsche Unternehmen dem Beispiel der ausländischen Unternehmensverbände mit 10.000 neuen Ausbildungsplätzen bis zum Jahr 2010 folgen und deutlich mehr in die Ausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund investieren.

Zutreffende Feststellung: “Es liegt im elementaren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interesse der Bundesrepublik”

Unzureichende Maßnahme: “Daher unterstütze ich die Initiative …” und “Ich gehe davon aus …”.

Erstens frage ich mich, wieso deutsche Unternehmen 10.000 neue Ausbildungsplätze für ausgerechnet Migranten schaffen sollen, die nichts anderes zu tun haben, als mit Kopftüchern durch die Gegend zu laufen, täglich Zwangsheirat betreiben, Ehrenmorde begehen, integrationsunwillig sind und zu alledem auch noch kein Deutsch können und es auch nicht lernen wollen.

Zweitens frage ich mich, mal vorausgesetzt, diese neuen Ausbildungsplätze würden ausschließlich von Ausländern belegt, ob 10.000 neue Ausbildungsplätze bis zum Jahre 2010 ausreichen. Wenn im Jahre 1994 doppelt so viele Auszubildende Ausländer waren, also ca. 120.000, heute nur noch 67.600 sind, so frage ich mich, ob 77.600 in vier Jahren ein Erfolg sind. Das ist so, als wenn ein Mittelfeldspieler dauernd den Ball verliert, jedoch die Initiative der Mitspieler unterstützt, das Spiel gewinnen zu wollen, und deshalb darauf hofft, dass sie seinen verlorenen Ball wieder erkämpfen. Im Fachjargon würde der Trainer wohl “A… hoch und Beine in die Hand” sagen.

Und drittens frage ich mich, was Frau Maria Böhmer wohl tun könnte, um die Beine in die Hand zu nehmen. Das AusZuwanderungsgesetz soll demnächst geändert werden. Wie wäre es mit positiver Diskriminierung für ausländische Jugendliche, so wie wir sie für Frauen und behinderte Menschen kennen? Eine kleine Gesetzesänderung wäre ausreichend und mit einem Schlag wäre vielen ausländischen Jugendlichen mehr geholfen, als mit der geplanten Erhöhung des Zuzugsalters (21) für (jugendliche) Ehegatten.

Obwohl ich generell gegen Quotenregelungen bin (Aufzwängen von Menschen), ist diese Überlegung auf Grund des zurzeit herrschenden Klimas in Deutschland gegenüber Ausländern, keine so abwegige Idee. Denn Quotenregelungen würden sich erübrigen, wenn die Gesellschaft die Leistungskraft der Frau oder des behinderten Menschen zu schätzen wüsste und keine Vorbehalte sowie Vorurteile hätte.

Für die Frauen haben sich Feministen (unglaublich, dass es eine männliche Form gibt) und Feministinnen eingesetzt und viele Bereiche des Lebens so zu ihren Gunsten geändert, dass heute teilweise Männer die benachteiligten sind. Wer aber soll sich für Ausländer einsetzen? Nach dem Willen Frau Merkels die Frau Böhmer und der Herr Schäuble. Daher ist die Quotenregelung eine keine so abwegige Idee.

Ekrem Senol - Köln, 26.07.2006

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Ein Kommentar
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  1. Naja, dass da eine Zeitbombe tickt, sollte jeder erkennen, der nicht blind durch die Gegend läuft. Schlechte Schulbildung, mangelhafte Integration, keine Ausbildung, da ist die “Karriere” fast vorprogrammiert und das Konflikt- bzw. Gewaltpotenzial enorm.

 

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