DNA-Tests bei Familienzusammenführung

21. September 2007 | Von E. S. | Kategorie: Recht | 17 Kommentare | Artikel versenden

In Frankreich wird die Zuwanderung erschwert. Immigranten sollen sich künftig einem Sprach- und einem Wissenstest in ihrem Heimatland unterziehen. Verabschiedet wurde auch ein heftig umstrittener DNA-Test. Durch den Test soll sichergestellt werden, dass der Antragsteller tatsächlich der entsprechenden Familie zugehört. Die Prüfung im Herkunftsstaat wäre „freiwillig“ und müsste von dem Einwanderungsbewerber bezahlt werden, betonte Immigrationsminister Brice Hortefeux. Die Menschenrechtsliga LDH bezeichnete dies jedoch als einen Täuschungsversuch: „Niemand muss einen DNA-Test machen, aber es muss auch niemand ein Visum erhalten.“

Der Vorsitzende der Sozialisten (PS), François Hollande, sprach von einer „Demütigung der Menschen“. Auch Staatssekretärin Fadela Amara kritisierte das Vorhaben. Sie fühle sich als Tochter einer Einwandererfamilie verletzt.

Die französische Regierung beabsichtigt durch die Regelung, die Einwanderung von Ausländern ohne Aufenthaltsgenehmigung zu verhindern. Das französische Parlament hatte bereits mehrfach das Einwanderungsrecht verschärft. Ein Gesetzesentwurf im Juni sieht etwa vor, dass zuwanderungswillige Ausländer schon in ihren Heimatländern von französischen Behörden zu ihren Sprachkenntnissen und zu den Werten der französischen Republik geprüft werden müssen.

Bekir Altas - Duisburg, 21.09.2007

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17 Kommentare
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  1. Der geist von 1789 , wo bist du ?
    Liberte , Egalitee = die heutige Interpretation , oder wie soll ich das verstehen ?

  2. Tja, die Franzosen können echt froh sein, daß sie endlich einen Mann wie Sarkozy haben. Ich beneide sie sogar ein wenig.
    Zusätzlich zu den erwähnten Maßnahmen hat die Regierung in Frankreich auch vor jedem mohammedanischen Ausländer 8000€ zu zahlen, wenn er oder sie das Land dauerhaft verläßt.
    Man muß sich fragen, wie Sarkozy auf solche Ideen kommt. Ist er fremdenfeindlich? Ist er ein Islamhasser oder begreift er einfach nur, was in seinem Land vor sich geht?

    Gruß,
    Volker

  3. @ Volker
    Wenn man in Betracht zieht das Herr Sarkozy auch ein Kinde einer Einwandererfamilie ist , stellt man sich tatsächlich die Frage wie er auf diese Ideen kommt .

  4. Haargenau, Fremdenfeindlichkeit oder rassistische Tendenzen, wie man ihm aus gewissen politischen Lagern gerne unterstellt kommen da nicht in betracht.
    Also liegt der Schluß nahe, daß er erkannt hat, daß Frankreich ein Problem mit ganz bestimmten Einwanderern hat.

    Seine Reaktionen auf diese Erkenntnis sind daher vollkommen nachvollziehbar.

    Gruß,
    Volker

  5. @ Volker
    Nun , da ein Konvertierte immer einer 110% ist , wäre also der Gedanke das der Herr Sarkozy im nachhinein vieleicht auch ein 110% ist , auch nicht verwärflich , oder ?

    Aber zurück zu meiner grund Frage ,
    Liberte , Egalitee wo ist der Grundgedanke geblieben.
    Bei einigen anderen Themen hatten wir schon die Diskussion das die Ausweisung an sich nichts bringt.
    Also was soll sie bitte in diesem Falle erreichen ?

  6. Ich sehe keinen Bruch mit dem Wahlspruch Liberté, Egalité, Fraternité. Meines Erachtens wird dieser Gedanke weiterhin von dem französichen Präsidenten beachtet.

    Bei einigen anderen Themen hatten wir schon die Diskussion das die Ausweisung an sich nichts bringt.

    Das ist vielleicht Ihre Auffassung. Ich teile sie keineswegs. Daher hatten wir vieleicht eine Diskussion, aber bestimmt keinen Konsens, daß die Ausweisung nichts bringt. Zumindest bringt sie so viel, daß unerwünschte Personen das jeweilige Land verlassen.

    Gruß,
    Volker

  7. @ Volker
    Gut , wir nehmen einfach mal an , das diese Ausweisungen etwas bringen.
    Aber dann entsteht doch die Frage wer oder welche Gruppe dann nicht in das Allgemeinbild paßt uund wer über dieses Allgemeinbild zu entscheiden hat.
    Sind etwa dann die Zigeuner , Schwulen , Lesben oder die Postboten an der Reihe.
    Irgendeine Gruppe wird immer irgenwann anecken.
    Und dann raus damit , wobei doch dann auch noch die Frage entsteht wohin ist mit raus genau gemeint.
    Mit raus damit , macht man sich etwas zu einfach und übersieht die Tatsächlichen Probleme.
    Aufgeschoben ist nicht aufgehoben , und somit fallen einem die tatsächlichen Problem einem doch wieder auf die Füße.

  8. Mit raus damit , macht man sich etwas zu einfach und übersieht die Tatsächlichen Probleme.

    Aber ganz bestimmt macht man es sich damit einfach. Ich bin ein Verfechter der einfachen und effektiven Lösungen.
    Meiner Meinung nach übersieht Sarkozy eben nicht die tatsächlichen Probleme, sondern erkennt sie, benennt sie und handelt endlich mal richtig.
    Ich kann mir keinen wirklich guten Grund vorstellen, weswegen man nicht eine schön einfache Lösung anstreben sollte.
    Was stört Sie denn daran?

    Gruß,
    Volker

  9. @ Volker
    Mich stört es das die Franzosen Jahrzehntelang es vernachläßigt habe sich um Ihre Innerepolitik zu kümmern , und nun wo sie sehen das sie versagt haben , meinen die , das mit raus damit das Problem gelösst zu haben.
    Waren es nicht die Städteplaner die diese Ghettos erst entstehen haben lassen ,war es nicht der Fehler von den Politikern diese Menschen die sie aus den Ehemaligen Kolonien nach Franreich geholt aber sich nicht um Sie gekümmert haben .
    Zidan ist zum Beispiel auch so ein Person , wobei er sehr viel glück hatte.
    Letztes Jahr war doch diese Zeit der Gewalt wo hunderte Jugendliche , mit übertriebener Gewalt , gegen diese Umstände Protestiert haben.
    Zwar war der Auslöser der Tod eines Verfolgten Jugendlichen , jedoch ist das gesamtbild der Probleme in Frankreich so erst ans Tageslicht gekommen.
    Der Franzose hat ohne sich zu überlegen diese Menschen zu sich ins land geholt und nun stehen sie vor einem riesigen Scherbenhaufen.
    Nur an die tatsächliche lösung des Problemes denkt keiner.
    Nur raus damit , ist das einzige was die Herrn Politiker auf die Reihe bekommen.
    Und das ist Arm.

  10. Tja, so sehen Sie das. Ich kann Ihre Meinung nicht teilen. Jahrzehntelang hatten die Migranten die Gelegenheit und alle Chancen sich ordentlich in die französische Gesellschaft zu integrieren. Das haben viel eben nun einmal nicht geschafft. Sie haben die ausgestreckte Hand der französichen Nation nicht ergriffen. Also zieht Sarkozy die Konsequenzen. Das find ich vollkommen ok und hat nichts mit arm zu tun.

    Gruß,
    Volker

  11. @ Volker
    Sehen Sie , das ist doch das schöne an einer Demokratie.
    Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung und auch diese zu Vertreten.
    Sie sehen das Glas als halb leer und ich als halb voll an.

    MFG

  12. So wie es ausschaut irren Sie Sich bei dieser Einschätzung ganz gewaltig.Ich sehe eben das Glas schon randvoll. Von halb leer kann hier nicht die Rede sein. Es ist aber schon mal ganz gut, daß Sie zumindest das Glas halb voll sehen. Das zeigt, daß Ihre Bewertung der Lage zumindest in die richtige Richtung tendiert.

    Gruß,
    Volker

  13. Hallo Volker,
    da kann ich Dir nur Recht geben.

  14. [...] - Im September 2007 hatten wir uns noch über die Franzosen empört, als sie DNA-Tests bei Familienzusammenführungen per Gesetz eingeführt hatten. Durch den Test solle sichergestellt werden, dass der [...]

  15. Ausgrenzung ist immer der Anfang von Feindschaft und Krieg.
    Europa will integrieren, da sollten doch die großen Nationen mal Vorbild sein.

  16. @Volker und Coskun:
    Auch ich halte es für äußerst scheinheilig, als franz. Regierung erst die Einwanderung aus ehemaligen Kolonien zuzulassen bzw. sogar zu fördern, nur um dann das Deckmäntelchen der historischen Verantwortung schlagartig abzuwerfen und plötzlich alles daran zu setzen, eben jene Immigranten wieder loszuwerden. Beziehungsweise um den Zuzug von Familienmitgliedern der Betroffenen nach besten Möglichkeiten zu erschweren. Da wir hier in Deutschland ebensowenig in allen Punkten mit unserer Migrationspolitik zufrieden sein können, können uns sollten wir Deutschen es uns nicht erlauben, Sarkozys politische Linie in Einwanderungsfragen von vornherein zu verurteilen. Illegale Einwanderung - in extremen Fällen tatsächlich mit kriminellen Motiven seitens der Immigranten (Unterstützer von Zwangsehen, Menschenhändler..) - und faktisch von Migranten begangene Straftaten kann kein Staat einfach so hinnehmen, schon allein aus Verantwortung dem eigenen Volk gegenüber. Aber ebenso wichtig ist doch die Verantwortung eines Nationalstaats denjenigen Bürgern gegenüber, die mit gutem Recht eine neue Heimat in Frankreich gefunden haben - besonders dann, wenn jenes Land, in unserem Fall Frankreich, vorher noch seine Arme ausgebreitet hat.
    Gezielt Immigranten mit einem ganz bestimmten ethnischen Hintergrund aus dem Land zu “komplimentieren” bzw. deren Einwanderung zu unterbinden kann ich nur rassistisch nennen. Wie würde man es wohl einem deutschen Politiker auslegen, wenn er sich gegen die Aufnahme speziell von Arabern ausspräche?
    Und Familienzusammenführungen ausschließlich von einem positiven DNA-Test abhängig zu machen, ist schlichte Dummheit: Wie, bitte schön, soll im Falle eines Adoptivkindes die Familienzugehörigkeit auf diese Weise bewiesen werden?

  17. @Volker

    Recht so, Volker. Würde man jeden straffälligen Migranten sofort abschiebnen, wären alle Probleme gelöst!

 

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