WDR-Studie: Türken nutzen deutsche und türkische Fernsehprogramme nebeneinander

1. Dezember 2006 | Von E. S. | Kategorie: Leitartikel | 2 Kommentare | Artikel versenden

Nach einer vom WDR in Auftrag gegebenen Studie nutzen Türken in Deutschland deutsche und türkische Fernsehprogramme gleichrangig nebeneinander. Im türkischen Fernsehen werden hauptsächlich Serien, Nachrichten und Filme geschaut, im deutschen Fernsehen dagegen Informations- und Ratgebersendungen, Wissensmagazine, Comedy und Spielfilme.

Für die Studie wurden 500 Türken zwischen 14 und 49 Jahren in Nordrhein-Westfalen befragt. Darüber hinaus wurden mehrere Gruppendiskussionen über Selbstverständnis und Mediennutzung durchgeführt. Die WDR-Abteilungsleiterin für Kommunikation, Forschung und Service, Dr. Claudia Schmidt, sagte: „Die Ergebnisse zeigen sehr klar, dass die meisten in Deutschland lebenden Türkinnen und Türken sich nicht in ein Medien-Ghetto zurückziehen. Sie nutzen deutsches und türkisches Fernsehen ganz selbstverständlich nebeneinander und sehen in diesem Mix auch einen Ausdruck ihrer durch zwei Länder und Kulturen geprägten Lebensstile.“

Der Studie nach sind junge Türken stolz auf ihre türkische Identität und definieren sich stark über Herkunft und Religion. Die 30- bis 49-Jährigen der Befragten gaben an, eine starke Bindung an die Türkei zu haben. Trotzdem fühlten sie sich aber in Deutschland gut integriert. Der Umfrage zufolge nutzen 60 Prozent der Türkinnen und Türken deutsche Fernsehprogramme und 70 Prozent die über Kabel und Satellit verfügbaren türkischen Programme. Je nach Altersgruppe gibt es jedoch Unterschiede: Die jüngeren Türken nutzen weit mehr deutsche Programme als die älteren. Unter den 14- bis 29-Jährigen gaben 68 Prozent an, deutsche und türkische Programme einzuschalten. Bei den 30- bis 49-Jährigen überwiegt dagegen die Nutzung türkischer Sender (72 Prozent) vor der deutscher Angebote (55 Prozent).
Während das türkische Programm viel mehr als Familienfernsehen betrachtet wird, stehe das deutsche Fernsehen für Sachlichkeit und Distanz und gelte als glaubwürdiger und objektiver in der Berichterstattung. Bei Nachrichten, politischen Magazinen und Reportagen, Service-Sendungen und regionalen Informationen gelten ARD und ZDF als wichtigste Sender. Andere deutsche Sender dienten vorwiegend zur Unterhaltung.

Viele der Befragten wünschten sich einen positiveren Bild der Türkei im deutschen Fernsehen und mehr Moderatoren und Darsteller mit türkischer Herkunft. 72 Prozent meinten, „das Bild, das im deutschen Fernsehen von der Türkei gezeigt wird, ist oft zu negativ“.

Quelle: Radio Woche

Nachtrag vom 05.12.2006: Aber bitte keine Klischee-Türken!

Ekrem Senol - Köln, 01.12.2006

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2 Kommentare
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  1. es ist schön zu hören das mehr türken auch die deutschen medien angebote nutzen , weil das wiederum zeigt das die türken in deutschland sich auch um geschehnisse hier interesieren.
    aber acuh ich muss mich dem anschließen das die deutsche bericht erstanttung in den medien über die türkei sehr oft , zu oft , negativ dargsetellt wird.
    die türken , bzw die türkei wird oft als rückständig und fast schon als hinterweltler dargestellt.
    beispiel die vogelgrippe.
    als diese in der türkei auftauchte wurde jeden tag in dramatischen versionen darüber berichtet , jedoch als diese vogelgrippe in deutschland aufkam wurde das als etwas harmloses und nicht wichtig dargestellt.
    ist justizia etwa besoffen und hält die wage der gerechtigkeit schief ?

  2. Stimme dem zu! Als die Vogelgrippe in der Türkei auftauchte wurde fast täglich darüber berichtet, wie leichtsinnig und fahrlässig mit dem Problem die Türken umgehen. Mehr noch! Die Vogelgrippe wurde teilweise dazu benutzt, um das von den Medien bereits negativ vorgegeben Bild der Türkei noch zu verstärken ohne Sinn und Zusammenhang. Hier der Beweis:

    http://www.stern.de/wissenschaft/natur/552682.html?nv=nl_cp_L1_st

 

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